CD-Veröffentlichung
Zu den Herbsttagen der Jüdischen Musik 2008 hat das Europäische Zentrum für Jüdische Musik die CD veröffentlicht
"Oberkantor Israel Alter singt: Liturgische Gesänge aus der Synagoge".
Israel Alter (1901-1979) wurde in Lemberg (Polen) geboren. Nach Talmud-Studien in Lemberg und Wien trat er im Alter von 20 Jahren seine erste Kantorenstelle am Wiener Brigittenauer Tempel-Verein an. Ab 1925 war er als Oberkantor an der Synagoge in Hannover tätig. In dieser Zeit hatte er bereits zahlreiche Auftritte in Synagogen und Konzerthäusern in Europa. 1929 und 1930 tourte er durch die USA und gab seine ersten beiden Konzerte in der Carnegie Hall. 1935 emigrierte er zunächst nach Südafrika und wurde an der United Hebrew Congregation, der größten Synagoge in Johannesburg, tätig. 1961 zog er in die USA und lehrte an der School of Sacred Music des Hebrew Union College in New York. Israel Alter war für seine herausragende Tenorstimme berühmt und veröffentlichte verschiedene Kompositionen für den synagogale Gottesdienst sowie jiddische Lieder.
aus dem Booklet-Text:
Diese historischen Aufnahmen sind ein Zeugnis für den überragenden Sänger und Komponisten, der hier vor allem Gesänge der Synagoge häufig in eigenen Bearbeitungen sowie eigene Kompositionen vorträgt. [...]
Es handelt sich dabei um alte Schellackplatten, die Israel Alter als ein besonders geschätztes persönliches Gut immer in seiner engsten Nähe aufbewahrte in der Hoffnung, sie eines Tages veröffentlichen zu können. Sie sind zum Teil während seiner hannoverschen Zeit in Deutschland aufgenommen worden. [...]
Auf dieser CD befinden sich Kompositionen, die Israel Alter unter anderem in der Synagoge von Hannover regelmäßig vorgetragen hat, darunter Werke von Louis Lewandowski und Salomon Sulzer. Diese "Klassiker" haben den musikalischen Stil der Liturgie der Synagogen auf der Achse Budapest – Wien – Berlin – Paris bestimmt. Auf dieser CD vorgestellte Stücke wie "Ma towu" und "W´hogen ba´adenu" von Louis Lewandowski und "Adon olam", "Sch´ma Jisra´el" und "L´cho dodi" von Salomon Sulzer bilden das "Standardrepertoire" der großen Synagogen Europas.
Ein anderes Gesicht des großen Oberkantors erkennen wir in seinen Improvisationen und Eigenkompositionen, wie "Ja´aleh tachanunenu" und "S´lichah", die ihn als umjubelten Kantor zeigen, der seine Kenntnisse später auch als hochgeschätzter Dozent für kantorale Musik weitergab. [...]
Dies ist der erste Teil einer Trilogie mit historischen Aufnahmen von Israel Alter. Ein zweiter Teil wird Aufnahmen mit jiddischen Liedern und ein dritter Teil Opernarien und klassische Lieder aus dieser einmaligen Sammlung von Privataufnahmen vorstellen.
(Prof. Andor Izsák)
Volume 2
Bei der Purim-Feier am 15. März 2009 hat das Europäische Zentrum für Jüdische Musik den zweiten Teil der Reihe vorgestellt:
"Oberkantor Israel Alter singt: Jiddische Lieder und liturgische Gesänge"
Auf dieser zweiten CD der Israel-Alter-Reihe ist der berühmte Kantor, der von 1925 bis 1935 an der Neuen Synagoge in Hannover wirkte, mit jiddischen Liedern wie "Wilna", "Motele", dem "Yam-Lid" ("Meereslied") und dem bewegenden "Unter die grininke bejmelech" zu hören. Hebräischsprachige Lieder, darunter das "Acharei moti" und das "Hachnisini", sowie Gesänge aus der Liturgie der Synagoge ergänzen die Auswahl.
aus dem Booklet-Text:
Jiddische und liturgische Gesänge geben die zwei Seiten des gläubigen Juden wieder. Auf der einen Seite steht der gläubige Jude im Gebet in der Syna-goge, als Teil der Gemeinde, auf der anderen Seite der Familienmensch zu Hause, privat ... Das jiddische Lied bildet das weltliche Echo auf den Gottesdienst in der Synagoge: dort hebräisch, hier jiddisch, dort in der heiligen Sprache, hier in der Alltagssprache, dort streng, hier gerne auch subjektiv ...
Der großartige Sänger Israel Alter beherrscht die Kunst, diese zwei Welten zu vereinen ...
Die altersbedingt beschädigten Schellack-Platten verbergen hinter den zerkratzten und verbogenen Rinnen eine wahrhaftig schöne Kunst. Mit den Mitteln der modernen Technik haben wir versucht, diese Kunst dem heutigen Hörer wieder erlebbar zu machen.
(Prof. Andor Izsák)




