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Termine

Veranstaltungsreihe

Niedersächsische Tage der Jüdischen Musik 2010
200 Jahre Synagogenorgel

unter der Schirmherrschaft des
niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff

Kulturpartner: NDR Kultur

Das Jahr 1810 stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der synagogalen Musik dar. War während all der Jahrhunderte nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels 70 n.d.Z. die instrumentale Musik aus der jüdischen Liturgie verschwunden, so kehrte sie nun zurück. In Seesen am Harz ließ der jüdische Kammeragent Israel Jacobson in der Synagoge seines „Religions- und Industrieinstituts“, das jüdische wie christliche Schüler ausbildete, eine Orgel einbauen. Die Erfolgsgeschichte der Synagogenorgel begann.

Unumstritten war das Instrument innerhalb des Judentums nie. Vielen schien es zu christlich, manche wollten an dem Verzicht auf Instrumentalmusik während des Gottesdienstes festhalten. Dennoch besaßen zu Beginn des 20. Jahrhunderts über 130 Synagogen auf dem Gebiet des Deutschen Reiches Orgeln. Zahlreiche Kompositionen für Kantor, Chor und Orgelbegleitung entstanden, auch einige wenige Orgelwerke solistischen Charakters.

Das Europäische Zentrum für Jüdische Musik erinnert mit den „Niedersächsischen Tagen der Jüdischen Musik 2010 – 200 Jahre Synagogenorgel“ unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff an diesen Wendepunkt und stellt die Musik der Synagoge an verschiedenen Orten in Niedersachsen, Deutschland und Europa vor. Zahlreiche Kooperationspartner sind an den einzelnen Veranstaltungen der Reihe beteiligt.

Die großen Reformer der jüdischen Sakralmusik, die sich für die Verwendung der Orgel in der Synagogenmusik eingesetzt haben, bilden einen Schwerpunkt im Konzertprogramm: Salomon Sulzer (1804 – 1890) aus Wien, Louis Lewandowski (1821 – 1894) aus Berlin und Samuel Naumbourg (1816 – 1880) aus Paris. Als Komponist, der die Neuerungen in der jüdischen Liturgie auf niedersächsischem Gebiet zu musikalischen Meisterwerken führte, tritt Alfred Rose in Erscheinung, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts lange Zeit als Chorleiter an der hannoverschen Synagoge wirkte. Und auch die Brückenbauer zwischen jüdischer und christlicher Sakralmusik stellt das Programm vor: Franz Schubert (1797 – 1828), dessen deutschsprachige Psalmvertonung neben einer hebräischsprachigen für die Wiener Synagoge steht, und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847), der aus seinem jüdischen Hintergrund heraus kirchenmusikalische Meisterwerke schuf.

Ausgewählte Termine der Reihe

Montag, 8. März 2010, 19.30 Uhr
Eröffnungskonzert im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig

in Zusammenarbeit mit dem Kulturinstitut der Stadt Braunschweig
Eintritt frei; Anmeldung erforderlich
T. 0531-4704825
www.braunschweig.de

Sonntag, 11. April 2010, 18 Uhr
St. Stephani Helmstedt

Sonderkonzert mit der Helmstedter Bachkantorei
Gabriela Wrede (Sopran)
Sandra Janke (Alt)
Svjatoslav Martynchuk (Tenor)
Titus Witt (Bariton)
Claudia Michaely (Orgel)
Andor Izsák (Leitung und Moderation)
Eintritt: € 12,00
www.bachkantorei.de

Sonntag, 2. Mai 2010, 18.00 Uhr
St. Michaeliskirche Hildesheim
Konzert in Zusammenarbeit mit der Stiftung St. Michaelis und
dem Dombauverein Hohe Domkirche Hildesheim e.V.
Solistin: Helen Donath
Eintritt: € 17,60 - € 29,70 und Ermäßigungen
Vorverkauf über www.michaelis2010.de

Donnerstag, 19. August 2010, 20.00 Uhr
Augusteerhalle der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Musikalischer Festvortrag mit Prof. Andor Izsák
"200 Jahre Synagogenorgel"
Eintritt frei
www.hab.de

Sonntag, 3. Oktober 2010, 11.00 Uhr
Altes Rathaus Breslau
Konzert in Zusammenarbeit mit dem Breslauer Stadtmuseum
Eintritt ca. € 10,00
www.mmw.pl

Samstag, 9. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Festsaal der Wartburg Eisenach
Konzert in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Eisenach
Eintritt € 11,00 - € 19,00
Vorverkauf über www.wartburg.de

Sonntag, 10. Oktober 2010, 18.00 Uhr
Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis Hannover

Konzert in Zusammenarbeit mit der Neustädter Kirchengemeinde und
dem Sprengel Hannover
Einführende Worte: Landessuperintendentin Dr. Ingrid Spieckermann
Eintritt frei, Spenden werden erbeten
Im Anschluss laden die Neustädter Kirchengemeinde und
der Sprengel Hannover zu einem kleinen Empfang
www.hofundstadtkirche.de, www.sprengel-hannover.de  

Weitere Termine der Reihe

Sonntag, 13. Juni 2010, 18.00 Uhr
Konzert in der St. Andreaskirche Seesen

Sonntag, 13. Juni - Sonntag, 20. Juni 2010
4. Seesener Synagogentage mit Konzerten, Vorträgen, Festakt u.a.

Dienstag, 6. Juli - Donnerstag, 8. Juli 2010
Internationales wissenschaftliches Symposium in Hannover
"Jewish Music - Research Directions in the 21th Century /
Jüdische Musik - Wege ihrer Erforschung im 21. Jahrhundert"
(geschlossene Veranstaltung; eine öffentliche Abendveranstaltung)

Donnerstag, 12. August 2010, 20.00 Uhr
Konzert im Erich-Kästner-Schulzentrum Laatzen

Freitag, 13. August 2010, 20.00 Uhr
Konzert in der St. Martinskirche Nienburg

Samstag, 14. August 2010, 18.00 Uhr
Konzert in St. Johannis Göttingen

Sonntag, 15. August 2010, 18.00 Uhr
Konzert in der Synagoge Celle

Sonntag, 29. August 2010, 17.00 Uhr
Musikalischer Vortrag mit Prof. Andor Izsák im Schloss Burgdorf

Samstag, 6. November 2010, 18.00 Uhr
Konzert in der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis Wolfenbüttel

Sonntag, 7. November 2010, 18.00 Uhr
Konzert im Rolf Liebermann-Studio des NDR Hamburg

Sonntag, 14. November 2010, 18.00 Uhr
Gedenkkonzert in der Marktkirche Hannover

Mittwoch, 1. Dezember 2010
Abschlusskonzert in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin
(für geladene Gäste)

Änderungen bleiben vorbehalten. Weitere Termine sind in Vorbereitung. 

Die Interpreten

Anlässlich des Jubiläums "200 Jahre Synagogenorgel" wurde der Europäische Synagogalchor ins Leben gerufen. Er besteht aus erfahrenen Sängerinnen und Sängern, die in hoher künstlerischer Qualität die jüdisch-liturgische Musik Europas aus ihrer Blütezeit während des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts präsentieren.

Intensive Proben unter der Leitung von Martin Helge Lüssenhop, gründliche stimmbildnerische Betreuung durch ausgewählte Gesangspädagogen und sorgfältige Koordination des künstlerischen Betriebes durch Rafael Harten ermöglichen eine differenzierte und effektive Arbeit. Darin findet das Ensemble in bester kammerchorischer Tradition zu einem homogenen, atmosphärisch dichten Chorklang, der dem sakralen Fundament gerecht wird und dem romantischen Ideal der Synagogenkompositionen entspricht.

Die Gesamtleitung des Europäischen Synagogalchores liegt bei Prof. Andor Izsák.

CD-Veröffentlichung

Zu den "Niedersächsischen Tagen der Jüdischen Musik 2010" hat das EZJM eine neue CD mit Auszügen aus dem Konzertprogramms der Reihe veröffentlicht. Erstmals erhätlich war die Aufnahme beim Eröffnungskonzert am 8. März 2010.

Sie können die CD für € 10,- beim EZJM bestellen:
T. 0511-3100-430 oder per Mail
Die CD wird auch bei den Konzerten der Reihe erhältlich sein.

Zuletzt bearbeitet: 16.03.2010Zum SeitenanfangZum Seitenanfang
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